Geld - alles nur "Glaube" und "Hoffnung"?

Ein TV-Beitrag charakterisiert das Wesen unseres Geldes. Daraus ergeben sich interessante Erkenntnisse.

„Wenn alte Gescheine ausgedieht haben, wird offensichtlich, was es eigentlich ist. Nichts weiter, als bedrucktes Papier, dem wir über eine Behauptung Bedeutung verleihen. Worum sich die Welt einst drehte, ist plötzlich Altpapier“, heißt es in der Einleitung des TV-Beitrag „Geld – Die scheinbare Sicherheit“ des 3Sat-Magazins Scobel.

„Die Substanz des Geldes ist Vertrauen“, sagt der Wirtschaftsphilosoph Karl-Heinz Brodbeck darin. Und weiter: „Wenn man glaubt, es gäbe so etwas, wie Wert hinter dem Geld, dann erliegt man glaube ich einer tiefen Illusion, die gerade in Krisen enttäuscht wird.“

Zins sei der erste Vertrauensmissbrauch, Derivate und der „moderne Finanzwucher“, wie beispielsweise Lebensmittelspekulationen seien höhere Stufen dieses Missbrauchs.

Die Europäische Zentralbank hat die Abschaffung des 500-Euro-Scheins beschlossen. Die Banknoten sollen ab Ende 2018 nicht mehr hergestellt werden. Sie bleiben aber weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel und sollen zeitlich unbegrenzt eintauschbar sein. Offizieller Grund laut EZB: „Der 500-Euro-Schein ist ein Instrument für illegale Aktivitäten“.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hingegen glaubt nicht, dass es ohne den größten Euro-Schein weniger illegale Geschäfte geben wird. Er fürchtet zudem um das Vertrauen der Bevölkerung in die europäische Gemeinschaftswährung.

Fakt ist: Geschäftsbanken, die Bargeld vor dem Hintergrund negativer Einlagenzinsen in eigenen Tresoren lagern wollen, werden künftig sehr viel mehr Stauraum benötigen.

Unterschied zwischen Bargeld und dem unbaren Zahlungsverkehr, beziehungsweise einem Guthaben auf einem Konto:


Bargeld ist Notenbankgeld. Es ist das einzige gesetzliche Zahlungsmittel und Güter und Dienstleistungen können damit direkt Zug um Zug bezahlt werden. Das heißt, eine Ware oder eine Dienstleistung kann sofort und unmittelbar erworben werden.

 

Unbarer Zahlungsverkehr: Das Guthaben eines Bürgers auf einem Konto begründet einen Zahlungsanspruch des Bürgers gegen sein Kreditinstitut. Dieser Zahlungsanspruch kann allerdings Einschränkungen unterworfen werden. Dies konnte zum Beispiel im Sommer vergangenen Jahres in Griechenland oder in Zypern beobachtet werden.
Insofern gibt es auch rechtlich einen klaren Unterschied zwischen Bargeld und Kontoguthaben.

Deshalb ist die Diskussion über das Bargeld auch keine virtuelle, sondern eine reale Diskussion, die alle Bundesbürger angeht und betrifft.

Bargeld kann außerdem ohne technische Infrastruktur eingesetzt werden und dient daher als beliebtes Zahlungsmittel zwischen Privatpersonen sowie als Ausfalllösung für den unbaren Zahlungsverkehr. Und schließlich wird besonders in Not- und Krisenzeiten Bargeld stark nachgefragt – sei es als Zahlungsmittel, wenn z.B. die technische Infrastruktur im Fall von Naturkatastrophen zerstört ist, oder auch als Wertaufbewahrungsmittel.

"nu isser weg"

"heute plus" im ZDF vom 05.05.2016

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